
Unwirklich wie ein Ufo steht sie in der flachen Spreewald-Landschaft bei Cottbus, ein riesiges Rund, von der Autobahn A 15 aus gut sichtbar: die slawische Burganlage Raddusch. Neu erstanden ist hier die originalgetreue Kopie einer slawischen Fluchtburg, die an diesem Ort vor etwa tausend Jahren gestanden hat. Im Inneren des neun Meter hohen Burgwalls aus Holz und Erde, der mit den fränkischen Burgen an Rhein und Mosel wenig gemeinsam hat, verbirgt sich ein moderner Museumsbau. Dort zeigt die multimediale Ausstellung "Archäologie in der Niederlausitz" rund 1600 Exponate aus Grabungen in der Lausitz, eine Zeitreise durch die 10 000-jährige Kulturgeschichte der Region von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Auch die Probleme der "Braunkohlenarchäologie" bringt sie den Besuchern nahe. Denn nur durch die vorzeitige Stillegung des Tagebaus Seese-Ost konnte Raddusch, eine von rund 40 Fundstellen slawischer Befestigungsanlagen, gerettet werden. Viele andere sind bereits dem Tagebau zum Opfer gefallen. Ende Mai wurde die Slawenburg Raddusch offiziell eröffnet. Damit sind Cottbus und der Spreewald wieder um eine Attraktion reicher - als einmaliges geschichtliches Zeugnis hat die Slawenburg in den zwölf Monaten seit Fertigstellung des monumentalen Ringwalls bereits 30000 Besucher gezählt. Die Anreise ist am einfachsten über die A 15, aber auch mit der Bahn oder mit dem Fahrrad auf dem 250 Kilometer langen Spreewald-Radweg. Das gastronomische Angebot rund um Raddusch und Cottbus ist gut, Hotelübernachtungen sind preiswert zu finden - selbst gehobene Stadthotels locken an den Wochenenden mit vergünstigten Preisen. Beispielsweise kostet im Sorat Hotel Cottbus das Doppelzimmer von Freitag bis Sonntag 91 Euro (Einzelzimmer 66 Euro), das Champagnerfrühstück vom großen Büfett und die Nutzung der Sauna inbegriffen. Reservierung unter Telefon 01805-322 555 (für 12 Cent pro Minute) oder im Internet www.sorat-hotels.com.